Kartenzahlungen überholen das Bargeld

12/05/2019

Erstmals setzte der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr mehr Geld durch Kartenzahlungen um als durch Bargeschäfte

Ein Mythos bekommt Risse: Die Deutschen lieben ihr Bargeld über alles, heißt es immer wieder. Und es stimmt auch, Scheine und Münzen sind noch immer das beliebteste Zahlungsmittel im Land. Aber die Dominanz bröckelt. Erstmals hat der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr mehr Umsatz durch Kartenzahlung gemacht als durch Bargeldgeschäfte. Nach Zahlen des EHI Retail Institutes spülten Zahlungen mit giro- und Kreditkarte 2018 insgesamt 209,2 Milliarden Euro in die Kassen. Das macht einen Anteil von 48,6 Prozent vom Gesamtumsatz aus. Bargeldgeschäfte landen knapp auf Platz 2 mit 48,3 Prozent. Es ist ein hauchdünner Abstand, der jedoch einen Trend markiert: Bargeldlose Zahlmethoden sind auf dem Vormarsch. „Haupttreiber dieser Entwicklung war vor allem das girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft, das einen Anteil von 30,1 Prozent (plus 3,8 Prozentpunkte) vom Zahlungskuchen erhält“, teilt EHI mit.

Kreditkartenzahlungen nehmen zu – aber nur leicht

Die Kreditkarte fristet damit noch immer ein Nischendasein in deutschen Geldbeuteln. Knapp sieben Prozent des Umsatzes wird durch sie getätigt. Aber, so die aktuellen Zahlen, auch dieser Bereich wächst leicht, was vor allem an Innovationen wie dem kontaktlosen Bezahlen und neuen Angeboten von Google und Apple liegen könnte. Die Kontaktlosquote bei Kreditkartengeschäften liegt laut EHI bei 28,2 Prozent. Insgesamt verzeichnete der deutsche Einzelhandel einen Kreditkartenumsatz von fast 30 Milliarden Euro.
Sollte dieser Anteil im laufenden Jahr weiter steigen, könnte das auch an Investitionen der Händler liegen. Denn durch Verbesserungen in der Zahlungsverkehr-Infrastruktur, zum Beispiel durch moderne Zahlterminals, wurde 2018 der Service für Kunden erhöht. „Aktuell planen daher 44,8 Prozent (Vorjahr: 33,8 Prozent) der großen Unternehmen eine Auffrischung der Payment-IT-Landschaft. Jedes fünfte Unternehmen will noch in diesem Jahr etwas ändern oder ergänzen“, schreiben die Experten von EHI.

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